Der Iran und seine Schönheiten im Land
Der Iran ist heute oft nur noch als Land der Kriege bekannt. Doch es gibt genauso viele kulturelle Highlights, die dieses Land prägen. Schon vor Tausenden von Jahren wusste man im Iran, wie man Wein anbaut oder Dachziegeln herstellt. Besondere Bedeutung erlangte im Iran die Literatur, wenngleich die Gedichte und andere Schriften noch nicht auf dem Computer geschrieben wurden. Eine große Bedeutung kam den Dichtern jener Zeit dennoch zu, sie prägten das kulturelle Bewusstsein nicht nur im Iran, sondern auch in Persien, im Irak und vielen anderen benachbarten Ländern. Besonders wichtig ist im Iran auch das Transzendente, die göttliche Gegenwart auch in allen irdischen Belangen. Das spiegelt sich natürlich auch in der Kultur wieder.
Ebenfalls spielt in der iranischen Kultur das Licht eine besonders wichtige Rolle, welches ebenfalls als Anwesenheit des Göttlichen im Irdischen angesehen wird. Das kann schon bei den traditionellen Bauwerken und selbst bei Wohnungen beobachtet werden, die von Esfahan oder Kaschan entwickelt wurden. Sie nutzten das Licht, um die göttliche Anwesenheit auch in Bauwerken darzustellen, wobei die Schule der Erleuchtung, auch bekannt als eschrtiq, eine wichtige Rolle spielte. Diese Schule der Erleuchtung, wird auch als theosophische Schule bezeichnet und brachte neben den prächtigen Bauwerken auch zahlreiche literarische Werke hervor, wie die Verse der Gathas oder auch die Abhandlungen von Sohrawardi. In der Kultur des Irans heißt es, dass das Licht in allen Lebenslagen die Anwesenheit des Göttlichen auch in materiellen Dingen darstellt. Weite Räume, die von Licht durchflutet sind, sind deshalb im Iran besonders häufig zu finden.
Die Religion im Iran
Wer die Kultur des Irans näher kennen lernen will, der muss auch die Geschichte der Religion in diesem Land genauer unter die Lupe nehmen. Dabei spielen drei wichtige Grundpfeiler eine entscheidende Rolle: Das sind zum einen die alten und arischen Religionen, sowie die nicht arischen Kulte, die allerdings nur regional begrenzt waren. Der zweite wichtige Grundpfeiler für die Entwicklung der Religion ist die Zeit, in denen überwiegend iranische Religionen gelebt wurden und nicht zuletzt kommt die islamische Epoche, die noch bis heute von besonderer Bedeutung im Iran ist. Auf die Spuren dieser alten Zeiten kann der geneigte Urlauber im Iran auch gehen, wenn er sich eigentlich zu einer Wellness Reise entschlossen hat: Aus den Spas aufzutauchen und in die alte, geschichtsträchtige Welt einzutauchen, bringt Abwechslung und macht die Reise gleichzeitig zur Bildungsreise.
Die erste Epoche der Religionen im Iran ist geprägt von den örtlichen Kulten. Sie ähnelten sehr stark den Religionen, die auch in anderen Teilen Westasiens praktiziert wurden. Außerdem spielten die nicht arischen Kulte damals eine wichtige Rolle. Insbesondere die Gottheiten Anahita und Mithra, sowie die mit ihnen verbundenen Kulthandlungen waren prägend für jene Zeit und erinnerten an Bereiche aus dem Hinduismus. Wer sich näher mit der Religion im Iran befassen möchte, kommt nicht umhin, sich im Vorfeld sehr umfangreich über dieses Thema zu informieren. Aus respektvoller Distanz sollte die Kultur betrachtet werden, denn schnell handelt man sich Ärger ein, wenn heilige Stätten aus Unwissenheit gestört werden. Das lockere Auftreten in – hierzulande ganz normalen – Trachten, ausgeschnittenen und schulterfreien Sommerkleidern oder kurzen Hosen kann durchaus falsch sein. Die Selbstverständlichkeit, mit der man zum Beispiel in Spanien oder Italien seine Urlaubskleidung wählt, ist im Iran absolut nicht angebracht.
Die zweite Epoche beginnt in der Zeit, in der auch der Prophet Zarathustra bekannt wurde. Noch heute diskutieren die Experten über dessen Leben, seinen Todestag, sowie sein Geburtsdatum, so dass er zu den großen Mythen des Irans zählt. Sitzen Menschen heute an ihren Gasgrills beisammen, wird dieser legendäre Prophet noch sehr oft zitiert. Klar ist allerdings, dass der Prophet eine neue Religion ins Land brachte, die Doktrin beinhalteten eigene kosmologische, eschatologische und metaphysische Aspekte. Die Mythen dieser Religion sind im heiligen Buch, der Awesta J, nachzulesen. Auch die Gesänge, bekannt ebenfalls als Gathas, können hierbei als wichtiger Kern dieser Epoche angesehen werden.
Die Einflüsse, die diese Epoche auf die Gesellschaft, das Geistesleben und die Religion des Islams hatte, hielten über 14 Jahrhunderte hinweg an. Sie müssen auch heute noch entsprechend berücksichtigt werden, setzt man sich mit der Kultur des Irans auseinander. Die islamische Religion eroberte den Iran erst viel später. Doch auch sie prägte die Kultur des Landes nachhaltig. Eng verbunden war diese Religion mit der Philosophie, wobei jedoch die meisten Philosophen jener Zeit aus Persien stammten. Dieses Land zog denn auch viele Gelehrte, wie Pythagoras, an, um ihre Weisheit noch zu steigern. In den Museen im Iran finden sich heute viele Spuren dieser Zeiten. Gold- und Silberschmuck, Schriften, Malereien und Relikte aus dem alltäglichen Leben wurden für die Nachwelt bewahrt, wo immer sie gefunden wurden.
Basierend auf dem Koran gibt es im Iran heute noch viele Belange, die Menschenrechtsorganisationen auf den Plan rufen. So ist es in der Geschichte des Landes keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen, wie in Europa, das Recht auf Selbstbestimmung haben. Sie durften lange Zeit kein Auto fahren, sind Eigentum ihrer Ehemänner oder Väter und somit weitestgehend rechtlos. Weiterhin ist der Umgang mit Straftätern oder auch politischen Gegnern alles andere, als mit der europäischen Welt vergleichbar.
Die kulturellen Eigenheiten im Iran führen manchmal auch zu Problemen auf privater Ebene. Iraner sind im Zuge der Globalisierung nicht mehr nur im Iran heimisch. Nicht selten kollidieren aber die religiösen und damit auch gesellschaftlichen Ansichten islamisch lebender Menschen mit denen der freieren Denkweise andersgläubiger Menschen. Ein Beispiel: Der in Deutschland lebende Iraner heiratet nach seinem Studium eine deutsche Frau, die durchaus auch bereit ist, ihr Leben im Sinne vom Koran zu ändern. Das kann gutgehen, kann jedoch auch Schwierigkeiten nach sich ziehen. Eine Rückkehr in den Iran ist nach Ende des Krieges denkbar. Doch will die Frau nicht mit und kommt es deswegen vielleicht sogar zu einer Scheidung, werden gemeinsame Kinder, wird das Besitzdenken des Mannes gegenüber seiner Frau eventuell zum Problemfall. Im schlimmsten Fall nimmt der Mann die gemeinsamen Kinder – es sind ja „seine“ – mit außer Landes und die Frau kann höchstens über eine Detektei deren Aufenthalt in Erfahrung bringen. Dann ist aber immer noch nicht gesagt, dass sie ihre Kinder auch zurückbekommen kann.
Musik und Literatur im Iran
Musik spielt im Iran ebenfalls eine wichtige, kulturelle Rolle. Sie ist so vielfältig, wie kaum eine andere Musik. Dabei wurde und wird sie stark von anderen Kulturen und Ländern geprägt und bereichert. So kann die Musik aus dem Iran noch heute einen Verwandtschaftsgrad mit dem klassischen griechischen System aufweisen, auf dem Pythagoras einst seine Philosophie aufbaute. Aber auch einige Instrumente, die ursprünglich in Ägypten zu Hause waren, wurden in die iranische Musik mit aufgenommen. Die größte Verbreitung der Musik im Iran ergab sich zur sassanidischen Zeit. Von dieser Musikrichtung wurden auch andere Völker, beispielsweise in Afrika und Asien, beeinflusst. Ebenfalls lassen sich einige Teile der arabischen Musik auf diese zurückführen. Nicht selten wird diese sehr typische und für europäische Ohren eher ungewöhnliche Musik im Rahmen von Meditationsmusik, zum Beispiel für erholende Stunden im Wasserbett, verwendet.
In enger Verbundenheit mit der traditionellen Musikkultur des Irans steht und stand schon immer die Literatur. Literarische Werke konnten bereits in der Zeit der Achämeniden bewundert werden, ebenso wie in der Sassanidenzeit. Zunächst waren es vorwiegend Prosa und Poesie, die sich entwickelten, doch immer mehr gewannen auch die Erzählungen, die oftmals aus anderen Sprachen übersetzt wurden, an Bedeutung. So wurde die iranische Literatur unter anderem von den Erzählungen von Bidpa beeinflusst, die aus dem Sanskrit ins Pahlawi übersetzt wurden. Doch erst, als der Islam als Religion seinen Einfluss im Iran entwickelte, entwickelte man auch eine ganz eigene Sprache für die Literatur. Es entstanden zu jener Zeit die bis heute weltberühmten Sufi-Dichtungen, die nach wie vor in ganz Asien und auch bei den Persern gerne zitiert werden. Die Reise in den Iran ist also – sofern niemand von seiner Reiserücktrittsversicherung Gebrauch machen muss – in jede Richtung ergiebig; wobei natürlich iranische Literatur, auch in Übersetzungen, auf der ganzen Welt erhältlich ist.
Die Natur im Iran
Im Iran hat die Natur, hat das Klima zwei Gesichter: Eiseskälte und Schnee auf der einen Seite, strahlende Sonne und Hitze auf der anderen; die unterschiedlichsten Witterungen liegen hier auf beinahe unfassbare Weise direkt nebeneinander. Da braucht man schon ein Paar gute Schuhe, wenn man bei Wanderungen im – politisch nicht ganz beschaulichen – Land die Schönheit der Natur betrachten möchte. Wer sich wirklich alles, was die iranische Natur zu bieten hat, ansehen möchte, kann von dicken Winterstiefeln über festes Wanderschuhwerk bis hin zur leichten Sandale alles im Reisegepäck gut gebrauchen. Ähnlich verhält es sich natürlich auch mit der Kleidung. Das schneebedeckte Bergmassiv einerseits, andererseits das sonnige Land: Mit leichtem Gepäck kommen Urlauber hier nicht aus. Dafür bekommt man bei Reisen in den Iran viel geboten, von historischen Gebäuden über lukullische Ausflüge bis hin zu Naturschauspielen der besonderen Art ist alles dabei.
Die persische beziehungsweise iranische Küche
Die iranische Küche strotzt nur so vor Vitaminen und ist damit sehr gesund. Reis ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Küche, kombiniert mit reichhaltigen Ernten aus dem Kräutergarten, mit Huhn, Fischgerichten und Meeresfrüchten. Unter der europäischen Dunstabzugshaube lassen sich diese Gerichte mit einem entsprechenden Rezeptbuch, einem Einkauf im ausgewählten Gewürzhandel und mit dem Beschaffen der geschmacksgebenden Kräuter jederzeit nachkochen. Eher selten wird in Europa auf persische Art und Weise auch gegessen: Auf dem Boden sitzend werden hier nur sehr wenige Mahlzeiten eingenommen – wie in der Tradition Irans aber tief verwurzelt. Das Klima im Iran gibt einen reichhaltigen Obstgarten her: Feigen, Zitrusfrüchte, Bananen und Datteln sind nur ein kleiner Auszug des Angebots, das auch für einen florierenden Export verwendet wird.
